Kleiner SUV mit eingebautem Beulenschutz

Der genormten Autowelt hat ein Unikum wie der Cactus gefehlt: Das beginnt damit, dass dieses 4,16-Meter-Auto so recht in keine Schublade passt und scheinbar keinen direkten Konkurrenten kennt. Yeti? Zu gerade. Captur? Zu SUVig. Juke? Zu froschäugig. Der Cactus erfüllt zumindest ansatzweise, was in der vollgepackten Autowelt fast nicht mehr vorstellbar erschien: Er ist “unique”, im Rudel seiner Klassenkameraden einzigartig. Und fährt damit automatisch ins Mode-Radar solcher Käufer, die was Eigenständiges suchen oder damit ihren speziellen Geschmack ausdrücken wollen. Ein Typ, der auf bunte Luftpolster statt auf Perfektion setzt und damit vorführt, was im Streben nach technischer Perfektion unterzugehen droht: das Spielerische, die einfache Freude am Auto.

Der Cactus parkt selbstständig

Citroën vernetzt den Cactus, wie es sonst eher in höheren Fahrzeugklassen üblich ist: Facebook wird gleich mitgeliefert. Ein Sieben-Zoll-Monitor ersetzt das Kombiinstrument und über einen Acht-Zoll-Touchscreen werden Audio-, Klimaanlage und Navigation bedient. Weiter unterstützt der System Park Assist den Fahrer bei der Suche nach einem Parkplatz. Nach dem Finden einer Parklücke, führt das System das Einparkmanöver selbstständig durch. Der Fahrer muss nur noch beschleunigen und bremsen. Und sogar eine Weltneuheit hat der Cactus zu bieten: Der Beifahrerairbag ist im Dachhimmel statt am Armaturenträger angebracht und breitet sich entlang der Windschutzscheibe aus. Fast alle Funktionen (z. B. Klimaanlage, Media-, Navigationssystem, Telefon und Fahrhilfen) lassen sich über den Touchscreen-Monitor steuern. Ein Online-Dienst (“Multicity Connect” genannt) hilft bei der Suche nach der günstigsten Tankstelle oder einem Restaurant. Das “Smart Wash”-System sprüht Wischwasser direkt aus den Scheibenwischern auf die Frontscheibe.

Leichtbau für geringen Verbrauch

Die vorderen Sitze sollen mit dem durchgehenden Polster an ein Sofa erinnern oder an die amerikanischen Schlitten der 50er Jahre mit ihren Sitzbänken. Innen peppen Stahlelemente am Armaturenträger und Spanngurte als Türöffner aus Leder das Interieur auf. Die Verkleidung der Türen ist in drei Farben lieferbar – ähnlich wie beim Mini oder Fiat 500 ist hier viel Raum für die individuelle Gestaltung. Im Vergleich zu einem Citroën C4 ist der Cactus wegen der neuen Werkstoffe satte 200 Kilo leichter. Das wirkt sich positiv auf den Verbrauch aus: 3,2 Liter. Für die Versionen mit elektronisch gesteuertem Getriebe (“ETG”) wird der klassische Gangwahlhebel durch das System “Easy Push” ersetzt. Der Wählknopf hat nur noch die Schaltstufen “D, N und R” im unteren Teil des Armaturenbretts, manuelle Gangwechsel sind über Schaltpaddel möglich.

Der Citroën C4 Cactus ist ein Auto für Individualisten

Für das gute Preis-/Leistungsverhältnis bekommt man einen ausgefallenen Kompakten, der in Fahrt genau das bietet, was seine Macher versprechen: entspannte Fortbewegung. Der Fahrer sinkt in einen untypisch breiten, eher weich gepolsterten Sitz, während die sanfte Federung zum Glück die pseudosportliche Härte vermeidet, die bei modernen SUVs die Insassen durchprügelt. Der Cactus ist vernünftiger als jeder Kompakte, fröhlicher als ein SUV und lässiger als ein Kastenwagen. Besiegelt mit einem Glas Roten. Es lebe Citroën.